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NZZ-Artikel Sonnenhütte Jan. 2012 Bericht im Bote der Urschweiz Interview vom 16.04.2009

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Interview vom 16.04.2009

Interview vom 16.04.2009

Vom Utohaus zur Sonnenhütte - das Utohaus ist in neuen Händen

Nachdem bis zur Generalversammlung 2008 keine neue, vereinsinterne Trägerschaft für das Utohaus gefunden werden konnte, musste der Vorstand den von der Generalversammlung 2007 beschlossenen Verkauf in die Wege leiten. Am 8. April 2009 wurde im Beisein unseres Präsidenten Ernst Rota und unseres Hüttenchefs Albert Willen das altehrwürdige Utohaus auf der Ibergeregg dem Schwyzer Ex-Skirennfahrer Thomas Bürgler (WM-Bronze-Medaillengewinner Kombination, 2 x Riesenslalom-Weltcupsieger, 7-facher Schweizermeister) verkauft.

Herr Erhard Gick von der Neuen Schwyzer Zeitung (NSZ) befragte den neuen Inhaber über seine Beweggründe, das Utohaus zu kaufen und was er daraus machen will, und hat uns das Interview freundlicherweise für den UTO zur Verfügung gestellt – dafür vielen Dank! Ein besonders herzlicher Dank geht von unserer Seite aber natürlich auch an Thomas Bürgler für die Übernahme des Utohauses, die uns entgegen aller Befürchtungen eine weitere Nutzung unseres alten Vereinshauses möglich macht.

NSZ: Herr Bürgler, was arbeiten sie heute, rund 20 Jahre nach ihrem Rücktritt vom Spitzensport?

Thomas Bürgler (ThB): Ich plane und baue für zukünftige Bauherrschaften Massivholzhäuser und vertreibe mit einem Partner zusammen als Generalimporteur für die deutschsprachige Schweiz HONKA-Blockhäuser, ein in Finnland industriell gefertigtes Blockhaus-Patent. Daneben habe ich mich in verschiedenen touristischen Organisationen als Vorstandsmitglied und Projektleiter ehrenamtlich betätigt.

NSZ: Seit wann kennen sie das Utohaus?

ThB: Als etwa 8-jähriger Bub, also vor etwas mehr als 40 Jahren, war ich zum ersten Mal im Utohaus. Mein Vater bekam damals – wahrscheinlich von einem Feriengast – die Erlaubnis, für meine Brüder Toni und Josef und für mich die Skis im Untergeschoss des Utohauses zu wachsen (mit Lametta-Bügeleisen) für das Kinderskirennen des Skiclub Ibergeregg. Auch durften wir uns dort kurz vor dem Start noch aufwärmen.
Dann war ich lange Zeit nicht mehr im Utohaus bis vor ungefähr zehn Jahren, als mir der damalige Hauswart auf mein Verlangen hin das Haus zeigte und erklärte, wie und an wen es vermietet wird. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade das Ski- und Ferienhaus der Firma Samen Mauser gekauft, heute „Mauserhütte“ genannt, etwas weiter unten in der Handgruobi, und prüfte die damaligen Nachbarn für eine mögliche Zusammenarbeit.

NSZ: Erzählen sie uns kurz wie es zum Kauf des Utohauses gekommen ist?

ThB: Wie schon erwähnt, besitze und vermiete ich seit rund zehn Jahren die Mauserhütte. Im Rahmen der letzten GV des Kanalisationsprojektes Ibergeregg teilte der Hüttenchef der SAC-Sektion Uto den Anwesenden mit, dass das Utohaus nun definitiv verkauft wird. Seitdem, also nun schon fast ein ganzes Jahr lang, habe ich mich intensiv darum bemüht, dieses an herrlicher Lage liegende Haus zu kaufen. Ich habe mich im Archiv der SAC-Sektion Uto in Zürich über die damaligen Baupläne „schlau“ gemacht, habe das geologische Gutachten studiert sowie die bisherigen baulichen Anpassungen um die Jahrtausendwende angeschaut. Interessiert haben mich vor allem aber auch die verschiedenen geplanten baulichen und betrieblichen Massnahmen, welche dann aber – zugunsten eines Verkaufs – nicht umgesetzt wurden. Daraufhin habe ich mir ein Konzept ausgearbeitet, mit welchem ich erwarte, einen nachhaltigen Betrieb aufbauen zu können.

NSZ: Welches waren denn ihre eigentlichen Beweggründe, das Utohaus zu kaufen?

ThB: Obwohl das Utohaus baulich nicht in einem sehr guten Zustand ist, überwogen für den Kauf ganz klar die einmalige Lage und die vielen Möglichkeiten, die mit diesem Standort ausgenützt werden können. Vor allem im Bereich Schullager, Exkursionen und Seminare sehe ich ein grosses Potenzial in Bezug auf eine zusätzliche Wochenauslastung. Das Top-Sportangebot im Winter und die Klettergärten Ibergeregg mit den über 85 gesicherten Kletterrouten der Schwierigkeitsgrade 3 bis 9a sowie die schweizweit einmalige Moorlandschaft Ibergeregg im Sommer sind die besten Gründe für einen längerdauernden Aufenthalt im Utohaus. Im Rahmen des „Biodiversitäts-Monitorings Schweiz“ erwies sich das Gebiet sogar als eigentlicher „Biodiversitäts-Hotspot“. Mit meinem ausgearbeiteten Konzept und der bisherigen Erfahrung mit dem Betrieb der Mauserhütte sehe ich einer erfolgreichen Umsetzung positiv entgegen. Zumal ich von verschiedenen Synergien der Betriebe rechnen kann.

NSZ: Was passiert jetzt in nächster Zukunft mit dem Utohaus?

ThB: Das Utohaus wird wie bisher als Gruppenhaus vermietet. Und zwar nach wie vor immer nur an eine einzelne Gruppe. Die Auslastung sieht im Moment so aus wie in den vergangenen Jahren, also recht positiv. Sobald der Schnee weg ist werden dann die WCs ersetzt und die sogenannten „Fussdusch-Lavabos“ mit zwei Duschen ersetzt und alles zusammen der öffentlichen Kanalisation angeschlossen, die letztes Jahr bis vor das Utohaus verlegt wurde. Anschliessend gibt es noch kleine Verbesserungen in der Küche (Geschirrspülmaschine) und zuletzt folgt noch der Anschluss an die neu gegründete Wassergenossenschaft Ibergeregg, damit jederzeit auch immer genügend Wasser vorhanden ist.

NSZ: Was bedeutet das nun für unsere Mitglieder? Müssen diese nun tiefer in die Tasche greifen?

ThB: Nein, kurzfristig nicht. Zuerst möchte ich mit der bisher erfolgreichen Preispolitik, mit der die bisherige Hüttenwartin Ursula Eisler eine beachtliche Auslastung erarbeitet hat, konsolidieren. Über eine Erhöhung der Preise denke ich erst mittelfristig in 2-3 Jahren nach.

NSZ: Welches sind denn nun ihre weiteren Pläne? Wir haben gehört, dass sie ein Restaurant bauen wollen, stimmt das?

ThB: Ja, das stimmt. Es handelt sich jedoch nicht um ein Restaurant, sondern um ein kleines, gemütliches Bergbeizli mit max. 25-30 Sitzplätzen. Dieses soll unabhängig vom Utohaus mit eigener Küche, WCs und Lagerraum betrieben werden können. Gemäss meinen Vorabklärungen bei den Baubewilligungsbehörden kann ein „identitätsnaher“ Anbau mit einer Gesamtfläche von maximal 100 m2 verwirklicht werden. Mit einer gemütlichen Sonnenterrasse soll der zukünftige Vermarktungsname „Sonnenhütte – Gruppenhaus und Bergbeizli“ den Gesamtbetrieb als solchen werbewirksam positionieren.

NSZ: Und was folgt weiter?

ThB: Weitere Pläne habe ich nicht. Was jedoch parallel umgesetzt wird ist eine immer aktuelle Homepage, wo alles Wissenswerte laufend verbreitet wird. Der Name der Homepage ist auch schon bekannt: www.sonnenhuette.ch

NSZ: Verträgt sich denn ein Bergbeizli mit dem direkt daneben liegenden Betrieb eines Gruppenhauses für Selbstkocher? Gibt es da keine Konflikte?

ThB: Auf alle Fälle. Es gibt viel mehr Vor- als Nachteile. Denken sie nur daran, dass die Familien oder Gruppen, welche das Utohaus bewohnen, auf Wunsch auch die eine oder andere Mahlzeit im Bergbeizli einnehmen und sich für einmal bedienen lassen können. Ich werde übrigens darauf achten, dass die Utohaus-Gäste auch im Freien ihren privaten Bereich haben werden.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Sektion Uto bedanken, dass sie mir die Gelegenheit gegeben haben über meine zukünftigen Absichten rund ums Utohaus berichten zu können. Als kleines Zeichen der Verbundenheit zur SAC Sektion Uto werde ich mich umgehend als neues Mitglied bewerben. Ich freue mich, viele bisherige Liebhaber des Utohauses und auch alle anderen herzlichst auf der Ibergeregg begrüssen zu dürfen, sei es für ein Ski- oder Kletterlager, Familienferien oder –feiern oder ganz einfach nur etwas zu trinken und zu „sünnelen“ in der „Sonnenhütte“.

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